Aktiv oder passiv: Der Mix macht es aus

Aktiv oder passiv: Der Mix macht es aus

In der regelmässig erscheinenden Kolumne in der AWP zeigt Peter Bezak (Zurich Invest) diesmal auf, dass aktives und passives Management zu kombinieren sind.

Institutionellen Anleger wie Pensionskassen fragen nach wie vor nach aktiv verwalteten Anlagelösungen, die einen Mehrwert gegenüber der Entwicklung des breiten Marktes bieten. Die Nachfrage ist im gegenwärtigen Marktumfeld und nach langjähriger Aktienhausse allerdings unter Druck. Der Grund: Passive Anlagestrategien haben in den letzten Jahren stark zugelegt. Ihr Trumpf sind die oft tiefen Kosten. Wer klug vorgeht, schlägt sich indes weder auf die Seite der strikten Befürworter der einen oder anderen Strategie. Viele institutionelle Investoren kombinieren passiv und aktiv verwaltete Anlagelösungen. Denn aktive Portfoliomanager, die über entsprechende Freiheiten verfügen, finden auch im aktuellen Marktumfeld zahlreiche Renditechancen und können bei der richtigen Wahl der Engagements eine überdurchschnittliche Performance liefern.

Aktives und passives Management kombinieren

Für die zunehmende Kombination aktiver und passiver Anlage-Vehikel sprechen vor allem drei Gründe: Erstens das Marktumfeld mit niedrigen Zinsen, erhöhten Korrelationen und anziehender Volatilität. Zweitens regulatorische Entwicklungen hin zu mehr Transparenz. Drittens die gestiegene Kosten-Sensibilität. Diese Parameter dürften längerfristig bestehen bleiben. Daher ist zu erwarten, dass sich der Trend zum parallelen Einsatz passiver und aktiver Anlagemöglichkeiten noch verstärken wird. Die Frage, wie sich passive und aktiv verwaltete Investments am besten kombinieren lassen, muss so individuell beantwortet werden wie die nach der Anlagephilosophie und dem Rendite-Risiko-Profile jedes einzelnen Anlegers. Wer passiv und aktiv verwaltete Investments kombiniert, erweitert sein Instrumentarium, kann die Chancen des Kapitalmarktes noch besser nutzen.

Aktives Management braucht es

Aktives Management ist notwendig für effiziente Kapitalmärkte. Eine langfristig positive Risikoprämie von Aktien ist nur durch effiziente Kapitalmärkte möglich. Aktive Manager können am Aktienmarkt über einen Marktzyklus hinweg gegenüber einer passiven Index-Anlage dann Mehrwert generieren, wenn sie ihre Anlageprozesse klar strukturieren und doch flexibel bleiben, wenn sie verschiedene quantitative und qualitative Prozesse einsetzen und langfristige Überzeugungen aufbauen und halten. Schon ein im Vergleich zur langfristigen Gesamtmarktrendite scheinbar geringer Mehrwert kann über eine längere Frist durch den Zinseszins-Effekt getrieben zu einem signifikanten Effekt auf das Gesamtvermögen anwachsen. Um diesen Zinseszins-Effekt nicht zu verpassen, ist es wichtig, seine Überzeugung zum aktiven Management in einer Schwächephase innerhalb des vollen Marktzyklus nicht fallenzulassen, sondern an der Anlagestrategie festzuhalten. Kapitalmärkte sind nicht ein Nullsummenspiel, sondern ein Positivsummenspiel. Passive Investoren erhalten breit diversifizierten und durch Indizes definierten Zugang zu den Kapitalmärkten, während aktive Investoren im Zentrum stehen, wenn es um die Verteilung des Kapitals auf die Unternehmen geht wie zum Beispiel die Preisfindung bei einem IPO. Ohne aktive Investoren wäre der Verteilungsmechanismus von Kapital äusserst ineffizient und die Bereitstellung von Kapital würde auf die lange Frist mit einer geringeren oder sogar negativen Risikoprämie entschädigt.