Infrastrukturtrend ungebrochen (AWP Soziale Sicherheit)

Infrastrukturtrend ungebrochen (AWP Soziale Sicherheit)

In der regelmässig erscheinenden Kolumne in der AWP zeigt Peter Bezak (Zurich Invest) diesmal auf, dass aktives und passives Management zu kombinieren sind.

Die Vermögensanlagen in Infrastrukturen bei Schweizer Pensionskassen nehmen von Jahr zu Jahr zu, wenn auch auf sehr tiefem Niveau. Das Interesse an Infrastruktur-Investitionen liegt weiterhin im Trend. 

Tiefzinsumfeld als Treiber

Das aktuell tiefe Zinsumfeld bringt Pensionskassen dazu, nach neuen Ertragsquellen zu suchen. Infrastrukturen sind für viele Schweizer Vorsorgeeinrichtungen eine interessante Alternative. Schweizer Pensionskassen halten Infrastrukturanlagen in Höhe von über 6,5 Milliarden Schweizer Franken. Gemäss der Pensionskassenstatistik des Bundes haben sich zwischen 2014 und 2017 die Vermögensanlagen in Infrastrukturen mehr als verdreifacht. Seither steigt die Nachfrage weiter.
Der Anteil an Infrastruktur-Investments in der Gesamtallokation von Pensionskassen liegt deutlich unter 1 Prozent. Gemäss einem Bericht von IPE (Investment & Pension Europe), dem führenden Informationshaus für die europäische Pensionskassenbranche, investieren einige der grössten Schweizer Pensionskassen teilweise aber viel mehr als 1 Prozent ihrer Allokation in Infrastruktur. Das bedeutet, dass noch Raum für höhere Allokationen besteht.

Investitions-Herausforderungen

Für Schweizer Pensionskassen stellt sich weniger die Frage, ob Infrastruktur interessant ist, sondern vielmehr, wie in Infrastruktur investiert werden kann. Sie müssen sich mit unterschiedlichen Themen und Fragen auseinandersetzen: «Brownfield» vs. «Greenfield»; sind die Kosten den erwarteten Renditen angepasst; über welche Vehikel (Direktinvestition, Infrastrukturfonds, Fund-of-Funds, Co-Investment) soll die Investition umgesetzt werden; und bei welchen Vehikeln hat der Anleger die volle Kontrolle.

«Brownfield» und Co-Investments

Innerhalb des Infrastrukturuniversums sind Investitionen in defensive «Brownfield»-Anlagen empfehlenswert, weil sie bereits operativ aktiv sind und stabile Renditen liefern. Das Risiko-Rendite-Profil kann mit einer Immobilienanlage verglichen werden. Solche Anlagen eignen sich besonders für langfristig denkende Investoren, die einen fortwährenden Cashflow und dauerhafte sowie vorhersehbare Renditen ansteuern.
Des Weiteren sollten Pensionskassen auch ihre Risiken möglichst breit streuen und darauf achten, dass Infrastrukturanlagen in unterschiedlichen Sektoren und Regionen vertreten sind. Ebenso sind verschiedene Co-Investitionen zur Risikostreuung sinnvoll, um einerseits auf mehrere Bereiche und Player auszuweiten und andererseits nicht von einem Investment Case abhängig zu sein. Und letztlich kann mit Co-Investitionen ohne zusätzliche Kosten gezielter und kontrollierter diversifiziert werden als über einen Fonds.