Differenzierter Zugang zu alternativen Strategien

Differenzierter Zugang zu alternativen Strategien

Alternative Anlagestrategien sind auch heute noch als teuer, intransparent und illiquide verschrien. Doch in letzter Zeit hat sich die Anlagewelt massgeblich verändert. Institutionelle Investoren haben nebst Rendite- und Risiko­anforderungen vielfältige Qualitätsansprüche in Bezug auf Transparenz, Liquidität und Kosten sowie Korrelation zu traditionellen Anlagen. Wie können alternative Strategien diesen hohen Anforderungen gerecht werden?

Alternative Strategien werden differenzierter betrachtet

Die bisher gängige Aufteilung des Anlageuniversums in traditionelle und alternative Strategien – also Beta gegenüber Alpha – ist jüngst einer differenzierteren Betrachtung gewichen. Dieser Wandel wurde durch verschiedene Entwicklungen der Marktstrukturen und der Liquidität, aber auch durch regulatorische Aspekte begünstigt. Dies hat dazu geführt, dass ein Teil der ehemals als Alpha bezeichneten Strategien neu separat betrachtet und als alternative Beta-Strategien bezeichnet werden. Gegenwärtig wird somit im Anlageuniversum zwischen traditionellen Beta-Strategien (long-only-umgesetzte traditionelle Risikoprämien, zum Beispiel Aktien- oder Anleiheanlagen), alternativen Beta-Strategien und alternativen Alpha-Strategien unterschieden, wobei Gebühren, Liquidität, Kapazitäten und Diversifikationseigenschaften innerhalb dieser Segmente variieren. Dank dieser feineren Einteilung lässt sich das Angebot viel präziser an die jeweiligen Kundenbedürfnisse anpassen.

Kosten und Diversifikationspotenzial nehmen zu

Alternative Beta: kostengünstiger Zugang zu alternativen Anlagen

Alternative Strategien nutzen Techniken wie Leerverkäufe, Leverage-Effekte und Derivate, um sich möglichst unabhängig von den zugrunde liegenden Märkten zu entwickeln. Während alternative Alpha-Strategien weiterhin eine begrenzte Liquidität aufweisen und aufgrund von beschränkter Kapazität höhere Kosten generieren, bieten die neu als alternative Beta- bezeichneten Strategien einen kostengünstigen Einstieg in alternative Anlagen. Ausserdem können sie ein nützlicher Baustein sein, um durch eine geschickte Beimischung die Gesamtkosten zu reduzieren. Alternative Beta-Strategien an sich sind allerdings keineswegs neu. Das Neue ist, dass sie nicht mehr unter dem Deckmantel teurer Alpha-Strategien angeboten, sondern den Investoren separat zur Verfügung gestellt werden – mit niedrigeren Gebühren und in liquider Form. Allerdings bieten sie in der Regel auch weniger Rendite- und Diversifikationspotenzial als alternative Alpha-Strategien. Bei den alternative Beta-Strategien wird unterschieden zwischen alternativen Risikoprämien und Hedge-Prämien.

Risikoprämien-Arten

Als alternative Risikoprämien bezeichnet man über die Zeit fortbestehende Stil- oder Faktorprämien wie Value, Carry oder Momentum, welche in der wissenschaftlichen Forschung und akademischen Literatur anerkannt sind. Sie vergüten dem Anleger das Eingehen nichttraditioneller – und oft nichtdiversifizierter – Risiken.

  • Value: Renditen, die erzielt werden, indem man in unterbewerteten Anlagen – im Vergleich zu ihrem Fair Value – investiert.
  • Momentum: Renditen, die erzielt werden, indem man die Tendenz zur Nachhaltigkeit von Trends ausnutzt.
  • Carry: Renditen, die erzielt werden durch Abschöpfen der Zusatzrendite von höher rentierenden gegenüber niedriger rentierenden Anlagen.

Klare Eintrittshürden für alternative Strategien

Die Abschöpfung dieser Prämien erfolgt anhand liquider Instrumente im Rahmen systematischer Modelle. Als Hedge-Prämien werden kostengünstige und liquide Umsetzungen von Alpha-Strategien bezeichnet. Alle alternativen Strategien haben gemeinsam, dass sie klare Eintrittshürden aufweisen. Denn ihre Umsetzung erfordert eine sehr aktive Portfoliobewirtschaftung und spezifische Kenntnisse, etwa im Hinblick auf Markt-Timings. Diese Hürden manifestieren sich je nach Strategie anders und können sich im Laufe der Zeit verändern, was ein hohes Mass an Spezialisierung und eine stete Weiterentwicklung der angewendeten Modelle erforderlich macht. Wir empfehlen, gemäss «Best in Class»-Ansatz auf einen spezialisierten Portfoliomanager zu setzen, welcher die besten Experten zur Umsetzung alternativer Beta-Strategien auswählt.

Mit dem richtigen Mix ausgewogene Renditen generieren

Um erfolgreich mit alternativen Beta-Strategien zu investieren, braucht es den richtigen Mix und eine kluge Portfoliokonstruktion. Idealerweise werden die Bausteine – alternative Risikoprämien und Hedge-Prämien – so kombiniert, dass sie sowohl einen günstigeUm erfolgreich mit alternativen Beta-Strategien zu investieren, braucht es den richtigen Mix und eine kluge Portfoliokonstruktion. Idealerweise werden die Bausteine – alternative Risikoprämien und Hedge-Prämien – so kombiniert, dass sie sowohl einen günstigen Zugang als auch eine liquide Umsetzung ermöglichen. Gleichzeitig sollten sie möglichst wenig miteinander korrelieren – und auch möglichst wenig mit den traditionellen Anlagen. Deshalb empfehlen wir, sich bei der Auswahl auf die konvergente wie auch die divergente Umsetzung von alternativen Risikoprämien und Hedge-Prämien zu beschränken und auf stärker mit dem Markt korrelierende lineare Strategien zu verzichten. Der Grund hierfür: Konvergente Strategien erzielen unter stabilen Marktbedingungen regelmässige positive Renditen bei relativ geringer Volatilität, wohingegen sich divergente Strategien bei grossen Marktbewegungen wie denen im März dieses Jahres bewähren. Eine ausgewogene Mischung von konvergenten und divergenten Strategien bringt dementsprechend grösst­mögliche Diversifikationsvorteile im Portfoliokontext mit sich. So wird das Schwankungsrisiko reduziert, was dem Ziel entspricht, unabhängig von der Markt­entwicklung stabile Renditen zu erzielen. Dieser Aspekt ist gerade für Pensionskassen wichtig, schliesslich sind sie in der Pflicht, jederzeit die Rentenansprüche ihrer Destinatäre befriedigen zu können.

Wie die Kombination mehrerer alternativer Risikoprämien die Stabilität der Portfoliorendite begünstigt, veranschaulicht die Korrelationsmatrix (Abb. 2). Werden verschiedene alternative Risikoprämien in unterschiedlichen Anlageklassen berücksichtigt, ergibt dies gemeinsam mit Unterschieden in der Signalgenerierung und der Portfoliokonstruktion ein robusteres Renditeprofil auf Portfolioebene.

Diversifikationseigenschaften

Hedge-Prämien und Alpha-Strategien bringen zusätzliche Diversifikationsmöglichkeiten mit sich. Es ist wichtig, sie so auszuwählen, dass sie einen einzigartigen Alpha-Zugang bieten, beispielsweise durch ihren spezifischen Ansatz, ihren Fokus auf eine bestimmte Anlageklasse, ihre Haltedauer oder ihren Anlageprozess. Ausserdem sollten sie ein begrenztes Beta im Vergleich zu traditionellen Anlageklassen aufweisen. Durch die geschickte Kombination verschiedener Hedge-Prämien und Alpha-Strategien lässt sich eine diversifizierte Aufgliederung über alle wichtigen Anlageklassen der Devisen-, Obligationen- und Aktienmärkte sowie über ausgewählte Rohstoffe, längere oder kürzere Halteperioden und auch Stile erreichen. 

Alpha Strategien

Alternative Beta als Einstieg oder Beimischung

Alternative Beta-Strategien bieten Pensionskassen verschiedene Vorteile. Wer bisher noch keine alternativen Strategien genutzt hat, erhält mit derartigen Optionen nun eine gute Einstiegsmöglichkeit, denn: Mit solchen Anlagestrategien lässt sich ein Portfolio diversifizieren, ohne dass zu sehr auf Liquidität verzichtet werden muss. Doch auch Investoren, die bereits mit alternativen Strategien agieren, können profitieren: Sie können auf diese Weise teurere Alpha-Strategien kostengünstig ersetzen oder attraktiv ergänzen. So können sie ihre Portfoliorendite stabilisieren und gleichzeitig die Kosten niedrig halten.

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