Einblick in die Praxis: Viridor Energy – Abfall wird zu Strom
Die Schweiz gilt als Vorbild im Umgang mit Abfall. Über die Hälfte des Siedlungsabfalls wird recycelt, der Rest in modernen Kehrichtverbrennungsanlagen energetisch verwertet, und zwar nach dem Prinzip EfW – Energy from Waste. Seit 2000 ist die Deponierung von unbehandeltem Abfall gesetzlich verboten. So werden Ressourcen und Energie nachhaltig genutzt.
In Grossbritannien und Nordirland sieht die Lage anders aus. Trotz politischer Ziele und steigenden Umweltbewusstseins landen jährlich noch rund 10 Millionen Tonnen Abfall auf Deponien. Die notwendige Infrastruktur für Recycling und energetische Verwertung ist vielerorts noch unzureichend, wodurch hohe Treibhausgasemissionen entstehen.
Hier kommt Viridor Energy ins Spiel, ein Investment, das Zurich Invest im Rahmen eines Co-Investitions-Programms der Zürich Anlagestiftung seit 2022 begleitet. Viridor Energy betreibt aktuell zwölf voll operative EfW-Anlagen, verarbeitet pro Jahr etwa 3,5 Millionen Tonnen Abfall (rund 22 Prozent des britischen Marktes) und erzeugt daraus über 2’100 GWh Strom, genug, um das Äquivalent von 778’000 Haushalten zu versorgen. Die Erlöse stammen einerseits aus langfristigen Verträgen für die Abfallannahme und andererseits aus dem Verkauf der erzeugten Elektrizität. Ein Grossteil der Verträge ist inflationsindexiert und wurde mit kreditwürdigen Partnern abgeschlossen.
Was macht das Investment attraktiv?
- Essenzielle Dienstleistung und führende Marktposition: Abfallentsorgung ist eine systemrelevante Dienstleistung. Die Errichtung und der Betrieb moderner Anlagen erfordern erhebliche Investitionen und umfangreiche Genehmigungsprozesse. Das sorgt für langfristige Stabilität und Planbarkeit am Markt.
- Neue und langlebige Assets: Die Anlagen sind im Schnitt erst fünf Jahre alt und haben eine erwartete Lebensdauer von über 50 Jahren – das ermöglicht stabile, langfristige Erträge.
- Stabile und planbare Cashflows: Rund 82 Prozent der Einnahmen sind durch Verträge mit durchschnittlich 15 Jahren Restlaufzeit abgesichert, was die Volatilität reduziert.
- Inflationsschutz: Die meisten Vertragsvolumina sind an Preisindizes gekoppelt. Das schützt die Erträge in inflationsstarken Zeiten.
- Kreditwürdige Gegenparteien: Überwiegend öffentliche Einrichtungen und grosse Unternehmen als Vertragspartner minimieren das Ausfallrisiko.
- Skaleneffekte und Diversifikation: Viridor profitiert von Grössenvorteilen und Risikostreuung über zwölf Anlagen an verschiedenen Standorten.
- Regulatorische Unterstützung und ESG-Fokus: Massnahmen wie die britische «Landfill Tax» und CO₂-Reduktionsziele fördern das Geschäftsmodell. Viridor investiert zudem in Effizienzsteigerung, CO₂-Abscheidung (CCS) sowie Kreislaufwirtschaft und will bis 2040 klimaneutral werden.





