Mit Rückenwind durch ein zeitweise bewegtes Jahr 2026 – Chancen und Perspektiven

2026 wird zu einer Etappe für Ausreisser, deren vielseitiges Portfolio vom Rückenwind profitieren kann. So lassen sich die Herausforderungen der Marktlandschaft souverän bewältigen.
von Dr. Sébastien Dirren, Leiter Anlagen

Rückblick – solides Wachstum im zweiten Halbjahr 2025

Im Jahr 2025 zeigte die Weltwirtschaft eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Im zweiten Halbjahr fand sie zu einem soliden Wachstumstempo zurück. Trotz anhaltender Unsicherheiten durch Spannungen in Handel und Geopolitik profitierte sie von expansiven fiskalischen Massnahmen, einer lockeren Geldpolitik und bedeutenden Investitionen, insbesondere im Technologiesektor. Die Verlängerung des Handelsfriedens zwischen den USA und China war entscheidend, um eine grössere wirtschaftliche Entkopplung zu verhindern und die globale Stabilität zu sichern. An den Finanzmärkten war die Volatilität spürbar, doch viele Aktien konnten von der aktuellen Innovationswelle profitieren, während die Zinssätze einen Abwärtstrend einschlugen. Die Staatsanleihen entwickelten sich unterschiedlich: In den USA gingen die Renditen zurück, deutsche Bundesanleihen legten zu und die Schweizer Renditen blieben aufgrund nachlassender Inflation nahe bei null.

Das weltweite Wachstum bleibt widerstandsfähig

Für 2026 ist weiterhin mit einer robusten globalen Konjunktur zu rechnen. In den USA unterstützt eine stimulierende Steuerpolitik die Wirtschaft, während gezielte Anpassungen der Zölle das Vertrauen von Haushalten und Unternehmen stärken sollen, insbesondere in Hinblick auf die Zwischenwahlen. In China bleibt die Binnennachfrage voraussichtlich moderat. So verstärkt sich die Rolle des Landes als globaler Treiber von Desinflation. Doch die Regierung setzt auf neue Impulse, um die Wirtschaft zu stützen. Europa, mit Deutschland an der Spitze, erhöht die Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung, doch die Aussichten bleiben verhalten, solange grössere Strukturreformen ausbleiben. Die Schweiz profitiert von besseren Bedingungen für ihre Exporteure nach dem Abschluss eines Zollabkommens mit den USA, auch wenn strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben. Ihre sektorale Diversifikation und die solide Finanzlage der Haushalte sind dabei wichtige Stärken.

Beim Konsum dürfte das Wachstum moderat bleiben, gebremst durch einen schwächeren Arbeitsmarkt und eine verhaltene Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Inflation bleibt unter Kontrolle, zeigt jedoch regionale Unterschiede: In den USA sind manche Preise weiterhin durch Zölle beeinflusst.

Ein günstiges makroökonomisches Umfeld für die Finanzmärkte

Dieses makroökonomische Umfeld bleibt insgesamt günstig für die Finanzmärkte: Lockerere Finanzbedingungen und steigende Investitionen fördern die Unternehmensprofitabilität. Trotz hoher Börsenbewertungen bleibt das Gewinnwachstum voraussichtlich solide. Die Stimmung der Anlegerinnen und Anleger dürfte sich allmählich verbessern, doch wirtschaftliche und politische Sorgen dämpfen einen übermässigen Optimismus. Andererseits schaffen sie Raum für positive Überraschungen an den Märkten. Aktien behalten trotz Unsicherheiten und einer möglichen Volatilitätssteigerung im Jahr 2026 ihr interessantes Potenzial.

Die langfristigen Zinsen in den USA und in Europa dürften stabil bleiben, sofern die Inflation niedrig bleibt, doch das Risiko von Schwankungen bei Anleihen besteht weiter – vor allem bei Zweifeln an der Tragfähigkeit öffentlicher Schulden. Schweizer Staatsanleihen bieten niedrige, aber stabile Renditen, gestützt durch die Politik der Schweizerischen Nationalbank und eine Inflation nahezu bei null. Der Schweizer Franken bleibt wegen seines Status als sichere Anlage gefragt. Die Kreditmärkte sollten ebenfalls solide bleiben, aber angesichts steigender Verschuldung und einer Konzentration auf Innovationen ist Vorsicht geboten. Der Schweizer Immobilienmarkt bleibt ein Symbol für Stabilität. Ausländische Immobilienmärkte bieten nach einer starken Korrektur nun attraktive Einstiegspunkte für Investorinnen und Investoren, die geografisch, sektorübergreifend und regulatorisch diversifizieren wollen.

Strukturelle Marktveränderungen durch KI: Herausforderungen und Chancen für das Portfoliomanagement

Der Aufschwung der künstlichen Intelligenz (KI) sowie die damit verbundenen Investitionen verändern weltweit die Marktstruktur, erhöhen die globale Verschuldung und die Unsicherheit in Bezug auf Geschäftsmodelle. So wird das System anfälliger für Schocks. In diesem Umfeld verliert die klassische Diversifikation an Effektivität – besonders in den von wenigen Technologieriesen dominierten US-Märkten. Private Märkte gewinnen daher an Bedeutung, insbesondere Infrastrukturanlagen: Sie bieten oft stabile und planbare Cashflows, die sich weniger stark am Konjunkturzyklus orientieren und somit Portfolios widerstandsfähiger machen. Auch ein aktives Management wird wichtiger, um Chancen gezielt zu nutzen und Risiken flexibel zu steuern.

Für 2026 ergeben sich daraus ermutigende Perspektiven für disziplinierte Investorinnen und Investoren mit einem diversifizierten Portfolio: Sie sind besser positioniert, um Marktschwankungen zu begegnen und von neuen Wachstumsfeldern zu profitieren – insbesondere, wenn sie die Chancen privater Märkte und ein aktives Management in ihre Allokation einbeziehen.

FAQ

Welche Aussichten gibt es für die globale Konjunktur und die Schweiz im Jahr 2026?

Die globale Konjunktur bleibt auch 2026 widerstandsfähig, mit robustem Wachstum insbesondere in den USA durch stimulierende Steuerpolitik. In China bleibt die Binnennachfrage moderat, was zur globalen Desinflation beiträgt. Die Schweiz profitiert von verbesserten Exportbedingungen nach einem Zollabkommen mit den USA und kann dank ihrer sektoralen Diversifikation und stabilen Haushaltsfinanzen strukturelle Herausforderungen gut bewältigen.

Welche Perspektiven bieten Immobilien im aktuellen makroökonomischen Umfeld?

Das derzeit günstige makroökonomische Umfeld sorgt für stabile Bedingungen am Schweizer Immobilienmarkt, der weiterhin als Symbol für Sicherheit und Beständigkeit gilt. Unterstützt durch eine niedrige Inflation und die Politik der Schweizerischen Nationalbank, bleiben die Renditen stabil. Der Schweizer Franken wird als sichere Anlage geschätzt, was den heimischen Markt zusätzlich stärkt. Auf ausländischen Immobilienmärkten eröffnen sich nach den jüngsten Marktkorrekturen attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Besonders profitieren Investorinnen und Investoren, die ihr Portfolio geografisch, branchenübergreifend und regulatorisch breit diversifizieren möchten.

Wie verändern Investitionen in künstliche Intelligenz die Strategien im Portfoliomanagement?

Investitionen in künstliche Intelligenz führen zu strukturellen Marktveränderungen und erhöhter Unsicherheit. Die klassische Diversifikation verliert an Effektivität, besonders in von Technologieriesen dominierten Märkten. Private Märkte, insbesondere Infrastrukturanlagen, und aktive Portfoliosteuerung gewinnen an Bedeutung und helfen, Risiken flexibler zu managen und Chancen zu nutzen – insbesondere für disziplinierte Investoren mit diversifiziertem Portfolio.

Alle Angaben in diesem Beitrag sind mit Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen erstellt worden. Die Zurich Invest AG und die Zürich Anlagestiftung übernehmen keine Verantwortung hinsichtlich deren Richtigkeit und Vollständigkeit und lehnen jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Angaben ergeben. Die in diesem Beitrag geäusserten Meinungen sind diejenigen der Zurich Invest AG und der Zürich Anlagestiftung zum Zeitpunkt der Erstellung und können sich jederzeit und ohne Mitteilung ändern. Dieser Beitrag dient reinen Informationszwecken und ist ausschliesslich für die Empfängerin resp. den Empfänger bestimmt. Dieser Beitrag stellt weder eine Aufforderung noch eine Einladung zur Offertenstellung, zum Vertragsabschluss oder zum Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar und ersetzt weder eine ausführliche Beratung noch eine steuerrechtliche Überprüfung. Eine Kaufentscheidung ist aufgrund der Statuten, des Reglements und der Anlagerichtlinien sowie des jeweils aktuellen Jahresberichts der Zürich Anlagestiftung zu treffen. Dieser Beitrag darf ohne schriftliche Genehmigung der Zürich Anlagestiftung oder der Zurich Invest AG weder vollständig noch auszugsweise vervielfältigt werden. Es richtet sich ausdrücklich nicht an Personen, deren Nationalität oder Wohnsitz den Zugang zu solchen Informationen aufgrund der geltenden Gesetzgebung verbietet. Mit jeder Anlage sind Risiken, insbesondere diejenigen von Wert- und Ertragsschwankungen, verbunden. Bei Fremdwährungen besteht zusätzlich das Risiko, dass die Fremdwährung gegenüber der Referenzwährung des Anlegers an Wert verliert. Die historische Performance stellt keinen Indikator für die laufende oder zukünftige Performance dar. Die Performancedaten lassen die bei der Ausgabe und Rücknahme der Anteile allenfalls erhobenen Kommissionen und Kosten unberücksichtigt. Herausgeberin und Verwalterin der Anlagegruppen ist die Zürich Anlagestiftung, Hagenholzstrasse 60, 8050 Zürich. Depotbank ist die State Street Bank International GmbH, München, Zweigniederlassung Zürich. Geschäftsführerin der Zürich Anlagestiftung ist die Zurich Invest AG, Hagenholzstrasse 60, 8050 Zürich. Statuten, Reglement und Anlagerichtlinien sowie der aktuelle Jahresbericht bzw. die Factsheets können bei der Zürich Anlagestiftung kostenlos bezogen werden. Ebenso sind sie unter www.zurich-anlagestiftung.ch einsehbar. Als Anleger der Zürich Anlagestiftung sind nur die in der Schweiz domizilierten, steuerbefreiten Vorsorgeeinrichtungen zugelassen.

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