Rückblick – solides Wachstum im zweiten Halbjahr 2025
Das weltweite Wachstum bleibt widerstandsfähig
Für 2026 ist weiterhin mit einer robusten globalen Konjunktur zu rechnen. In den USA unterstützt eine stimulierende Steuerpolitik die Wirtschaft, während gezielte Anpassungen der Zölle das Vertrauen von Haushalten und Unternehmen stärken sollen, insbesondere in Hinblick auf die Zwischenwahlen. In China bleibt die Binnennachfrage voraussichtlich moderat. So verstärkt sich die Rolle des Landes als globaler Treiber von Desinflation. Doch die Regierung setzt auf neue Impulse, um die Wirtschaft zu stützen. Europa, mit Deutschland an der Spitze, erhöht die Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung, doch die Aussichten bleiben verhalten, solange grössere Strukturreformen ausbleiben. Die Schweiz profitiert von besseren Bedingungen für ihre Exporteure nach dem Abschluss eines Zollabkommens mit den USA, auch wenn strukturelle Herausforderungen bestehen bleiben. Ihre sektorale Diversifikation und die solide Finanzlage der Haushalte sind dabei wichtige Stärken.
Beim Konsum dürfte das Wachstum moderat bleiben, gebremst durch einen schwächeren Arbeitsmarkt und eine verhaltene Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Inflation bleibt unter Kontrolle, zeigt jedoch regionale Unterschiede: In den USA sind manche Preise weiterhin durch Zölle beeinflusst.
Ein günstiges makroökonomisches Umfeld für die Finanzmärkte
Dieses makroökonomische Umfeld bleibt insgesamt günstig für die Finanzmärkte: Lockerere Finanzbedingungen und steigende Investitionen fördern die Unternehmensprofitabilität. Trotz hoher Börsenbewertungen bleibt das Gewinnwachstum voraussichtlich solide. Die Stimmung der Anlegerinnen und Anleger dürfte sich allmählich verbessern, doch wirtschaftliche und politische Sorgen dämpfen einen übermässigen Optimismus. Andererseits schaffen sie Raum für positive Überraschungen an den Märkten. Aktien behalten trotz Unsicherheiten und einer möglichen Volatilitätssteigerung im Jahr 2026 ihr interessantes Potenzial.
Die langfristigen Zinsen in den USA und in Europa dürften stabil bleiben, sofern die Inflation niedrig bleibt, doch das Risiko von Schwankungen bei Anleihen besteht weiter – vor allem bei Zweifeln an der Tragfähigkeit öffentlicher Schulden. Schweizer Staatsanleihen bieten niedrige, aber stabile Renditen, gestützt durch die Politik der Schweizerischen Nationalbank und eine Inflation nahezu bei null. Der Schweizer Franken bleibt wegen seines Status als sichere Anlage gefragt. Die Kreditmärkte sollten ebenfalls solide bleiben, aber angesichts steigender Verschuldung und einer Konzentration auf Innovationen ist Vorsicht geboten. Der Schweizer Immobilienmarkt bleibt ein Symbol für Stabilität. Ausländische Immobilienmärkte bieten nach einer starken Korrektur nun attraktive Einstiegspunkte für Investorinnen und Investoren, die geografisch, sektorübergreifend und regulatorisch diversifizieren wollen.
Strukturelle Marktveränderungen durch KI: Herausforderungen und Chancen für das Portfoliomanagement
Der Aufschwung der künstlichen Intelligenz (KI) sowie die damit verbundenen Investitionen verändern weltweit die Marktstruktur, erhöhen die globale Verschuldung und die Unsicherheit in Bezug auf Geschäftsmodelle. So wird das System anfälliger für Schocks. In diesem Umfeld verliert die klassische Diversifikation an Effektivität – besonders in den von wenigen Technologieriesen dominierten US-Märkten. Private Märkte gewinnen daher an Bedeutung, insbesondere Infrastrukturanlagen: Sie bieten oft stabile und planbare Cashflows, die sich weniger stark am Konjunkturzyklus orientieren und somit Portfolios widerstandsfähiger machen. Auch ein aktives Management wird wichtiger, um Chancen gezielt zu nutzen und Risiken flexibel zu steuern.
Für 2026 ergeben sich daraus ermutigende Perspektiven für disziplinierte Investorinnen und Investoren mit einem diversifizierten Portfolio: Sie sind besser positioniert, um Marktschwankungen zu begegnen und von neuen Wachstumsfeldern zu profitieren – insbesondere, wenn sie die Chancen privater Märkte und ein aktives Management in ihre Allokation einbeziehen.





