Ein Blick auf ein modernes Gebäude neben einem Wasserlauf unter blauem Himmel.

Immobilien: Attraktiv, aber kein Selbstläufer

Schweizer Immobilien zwischen hoher Nachfrage und politischem Gegenwind – worauf sollten Pensionskassen jetzt achten?

Das Marktumfeld spricht für Immobilien

Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich robust: Für 2026 wird ein BIP-Wachstum von 1,9 Prozent erwartet, für 2027 von 1,7 Prozent. Die Inflation liegt bei 0,6 Prozent, der Leitzins seit Juni 2025 bei 0,0 Prozent. Die zehnjährige Bundesobligation rentierte per Ende Q3 2026 bei rund 0,59 Prozent.

«Immobilien bleiben aus meiner Sicht eine sehr attraktive Anlageklasse. Wir sehen weiterhin eine hohe Nachfrage, stabile makroökonomische Rahmenbedingungen in der Schweiz und eine Renditedifferenz von rund 200 Basispunkten gegenüber der zehnjährigen Bundesobligation», so Gade Sylaj, Senior Product Manager Real Estate.

Wohnen: knapp, begehrt – und politisch exponiert

Der Mietwohnungsmarkt ist so angespannt wie seit zwanzig Jahren nicht. Im vierten Quartal 2025 waren schweizweit nur noch 97'800 Wohnungen ausgeschrieben – erstmals unter der Marke von 100'000.

Knappheit heisst aber nicht automatisch Mietwachstum. Die Angebotsmieten legten zwischen Ende 2024 und Ende 2025 nur noch um 1,3 Prozent zu – nach kumuliert 15 Prozent in den drei Jahren davor. Bei den Bestandesmieten wird für 2026 infolge der bereits erfolgten Referenzzinssatzsenkungen sogar ein Rückgang von 0,8 Prozent erwartet. Dazu kommt der politische Druck: Die im Juni 2026 zustande gekommene Mietpreisinitiative zielte direkt auf die Wohnungsmieten.

«Während die politischen Risiken im Wohnbereich häufig zu wenig Beachtung finden, werden die langfristigen Chancen gut gelegener und aktiv bewirtschafteter kommerzieller Immobilien aus meiner Sicht noch immer unterschätzt. Für Pensionskassen heisst das: Wer die Allokation ausgewogen diversifizieren will, sollte Geschäftsliegenschaften bewusst einplanen.» so Renato Piffaretti, Head Real Estate.

Geschäft: ein unterschätztes Potential

Bei Büroflächen verknappt sich das Angebot: Nur noch 5,3 Prozent der Flächen sind ausgeschrieben, in den meisten Grossstädten deutlich weniger. Ein Treiber ist die Umnutzung – in Zürich und Bern entstanden seit 2015 über 2'500 Wohnungen zulasten ehemaliger Büroflächen. Die Büromieten zogen im Jahresvergleich um 1,6 Prozent an.

Entscheidend ist die Qualität. Im obersten Marktsegment stiegen die Büromieten seit 2020 um rund 20 Prozent, im Median um 12 Prozent. Und: Geschäftsliegenschaften stehen regulatorisch deutlich weniger im Fokus als Wohnimmobilien.

Zugleich fällt die Entwicklung regional sehr unterschiedlich aus. Der Basler Büromarkt ist mit einer Angebotsziffer von 2,7 Prozent deutlich knapper versorgt als Genf mit 6,8 Prozent, und selbst innerhalb von Zürich zeigten sich 2025 klare Abstände: Verkaufsflächen erreichten 5,0 Prozent Gesamtrendite, Büroflächen 4,1 Prozent. Gewerbe ist also nicht gleich Gewerbe – Standort und Nutzung prägen das Ergebnis.

Zwei Hebel: Allokation und Umsetzung

Viele Portfolios bestehen zu einem sehr hohen Anteil aus Wohnimmobilien. Wer Chancen und Risiken ausgewogener gestalten will, sollte eine breitere Diversifikation prüfen – etwa über einen höheren Gewerbeanteil. Das ist der erste Hebel.

Der zweite liegt in der Umsetzung. Eine gute Lage bleibt wichtig, schafft allein aber noch keinen langfristigen Mehrwert. Aus unserer Sicht ist aktives Asset Management heute der entscheidende Erfolgsfaktor: für jede Liegenschaft eine Strategie ableiten, diese regelmässig hinterfragen und Chancen wie Risiken bewusst steuern. Bei Geschäftsliegenschaften wiegt das besonders schwer, denn individuelle Mietverträge, wechselnde Nutzerbedürfnisse und die direkte Wirkung von Leerständen entscheiden hier stärker über das Ergebnis als im Wohnsegment. Genau darin liegt eine unserer Stärken: Mit gezielten, am Nutzermarkt ausgerichteten Bauprojekten lässt sich Potenzial im Bestand heben. Bei einem unserer Projekte in Dietikon haben wir die bestehende Liegenschaft erweitert und die Flächen konsequent auf die Bedürfnisse der Mieter zugeschnitten – die Mietverträge waren noch vor Baubeginn abgeschlossen.

Fazit: Rendite ist kein Zufall, sondern eine Entscheidung

Das Umfeld für Schweizer Immobilien bleibt attraktiv: tiefe Zinsen, stabile Wirtschaft, knappes Angebot. Den Renditevorsprung liefert der Markt aber nicht mehr von allein. Er entsteht durch zwei bewusste Entscheidungen: wie ein Portfolio zusammengesetzt ist und wie konsequent es verwaltet wird. Wohnliegenschaften bleiben ein wichtiger Baustein in einem institutionellen Immobilienportfolio, jedoch drängt die Frage nach dem strategischen Rendite-Risikoprofil in Zukunft stärker in den Vordergrund. Für Pensionskassen heisst das konkret, Geschäftsliegenschaften nicht als Beimischung zu verstehen, sondern als eigenständigen Baustein der Asset Allokation – mit attraktiven Renditen, geringerer regulatorischer Exponierung und einem Wertbeitrag, der sich durch aktives Management gezielt steuern lässt. Langfristiger Erfolg entsteht nicht zufällig, sondern ist das Ergebnis klarer Entscheidungen und konsequenter, zeitnaher Umsetzung.

Alle Angaben in diesem Beitrag sind mit Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen erstellt worden. Die Zurich Invest AG und die Zürich Anlagestiftung übernehmen keine Verantwortung hinsichtlich deren Richtigkeit und Vollständigkeit und lehnen jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Angaben ergeben. Die in diesem Beitrag geäusserten Meinungen sind diejenigen der Zurich Invest AG und der Zürich Anlagestiftung zum Zeitpunkt der Erstellung und können sich jederzeit und ohne Mitteilung ändern. Dieser Beitrag dient reinen Informationszwecken und ist ausschliesslich für die Empfängerin resp. den Empfänger bestimmt. Dieser Beitrag stellt weder eine Aufforderung noch eine Einladung zur Offertenstellung, zum Vertragsabschluss oder zum Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar und ersetzt weder eine ausführliche Beratung noch eine steuerrechtliche Überprüfung. Eine Kaufentscheidung ist aufgrund der Statuten, des Reglements und der Anlagerichtlinien sowie des jeweils aktuellen Jahresberichts der Zürich Anlagestiftung zu treffen. Dieser Beitrag darf ohne schriftliche Genehmigung der Zürich Anlagestiftung oder der Zurich Invest AG weder vollständig noch auszugsweise vervielfältigt werden. Es richtet sich ausdrücklich nicht an Personen, deren Nationalität oder Wohnsitz den Zugang zu solchen Informationen aufgrund der geltenden Gesetzgebung verbietet. Mit jeder Anlage sind Risiken, insbesondere diejenigen von Wert- und Ertragsschwankungen, verbunden. Bei Fremdwährungen besteht zusätzlich das Risiko, dass die Fremdwährung gegenüber der Referenzwährung des Anlegers an Wert verliert. Die historische Performance stellt keinen Indikator für die laufende oder zukünftige Performance dar. Die Performancedaten lassen die bei der Ausgabe und Rücknahme der Anteile allenfalls erhobenen Kommissionen und Kosten unberücksichtigt. Herausgeberin und Verwalterin der Anlagegruppen ist die Zürich Anlagestiftung, Hagenholzstrasse 60, 8050 Zürich. Depotbank ist die State Street Bank International GmbH, München, Zweigniederlassung Zürich. Geschäftsführerin der Zürich Anlagestiftung ist die Zurich Invest AG, Hagenholzstrasse 60, 8050 Zürich. Statuten, Reglement und Anlagerichtlinien sowie der aktuelle Jahresbericht bzw. die Factsheets können bei der Zürich Anlagestiftung kostenlos bezogen werden. Ebenso sind sie unter www.zurich-anlagestiftung.ch einsehbar. Als Anleger der Zürich Anlagestiftung sind nur die in der Schweiz domizilierten, steuerbefreiten Vorsorgeeinrichtungen zugelassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Liegenschaft Baarerstrasse

Erfolgreicher Jahresabschluss und geplante Kapitalerhöhung «ZIF Immobilien Direkt Schweiz»

Ad-hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR – Die Zurich Invest AG publiziert einen erfolgreichen Jahresabschluss für den Immobilienfonds «ZIF Immobilien Direkt Schweiz» und prüft eine Kapitalerhöhung im November 2026.
Mehr erfahren
Zwei Bauarbeiter mit Schutzhelmen und Warnwesten betrachten ein Tablet auf einer Baustelle.

Betongold unter Bewährungsdruck

Schweizer Immobilien sind für Pensionskassen attraktiv. Knappheit, laufende Erträge und die langfristige Ausrichtung sprechen weiterhin für die Anlageklasse. Gleichzeitig machen Regulierung, Sanierungsbedarf und steigende Projektkosten aus dem vermeintlich einfachen «Betongold» eine anspruchsvolle Investition.
Mehr erfahren
Außenansicht eines historischen Eckgebäudes in einer Stadt.

Zurich Invest plant eine Kapitalerhöhung bei «ZAST Immobilien Geschäft Schweiz»

Zurich Invest plant eine Kapitalerhöhung über 75 Millionen Schweizer Franken für die Anlagegruppe «ZAST Immobilien Geschäft Schweiz» der Zürich Anlagestiftung.
Mehr erfahren
Genferstrasse 6, Zürich

Immobilienbericht 1. Halbjahr 2026

Die Portfolio- und Performanceberichte der ZAST Immobiliengefässe informieren übersichtlich über Highlights, Performance- und Asset-Management.
Mehr erfahren
Visualisierung Liegenschaft Löwenzentrum

Mietrecht im Wandel: stabilere Rahmenbedingungen

Das Umfeld im Zürcher Mietrecht bleibt planbar – doch die Marktkräfte verschieben sich. Wohnimmobilien bleiben ein stabiler Anker im Portfolio, gleichzeitig rücken Geschäfts- und Mixed-Use-Liegenschaften stärker in den Fokus.
Mehr erfahren